Das ist ja völlig indiskutabel! Es gibt genau einen Platz, einen einzigen, an dem Ivica Vastic seinen ersten ernstzunehmenden Trainerjob antreten hätte dürfen, und der ist natürlich in: Graz. Bei Sturm, als Nachfolger von Franco Foda. Was sonst?
Dass die Wiener Austria, sowieso unsympathischster Verein von hier bis dort, sich überhaupt an das Sakrileg wagte, ihn zu fragen, disqualifiziert diese vernachlässigbare Gauklertruppe auf ewig. Dass Vastic der Versuchung erliegen konnte, nicht bis Sommer zu warten und dann das Naheliegende zu tun, nämlich nach Hause zu kommen: eine drastische Fehlleistung.
Man muss sie ihm aber durchgehen lassen, denn der Mann hat sonst bisher meistens alles richtig gemacht. Einen fehlgeschlagenen Versuch muss jeder in seinem Berufsleben frei haben.
Was wahrscheinlich viele nicht wissen, weil man das Fußballern ja generell eher nicht unterstellt: Vastic ist durchaus hervorzuhebend intelligent. Allein die Tatsache, dass er besser Deutsch spricht als die meisten seiner Kicker-Kollegen, die das als Muttersprache haben, sagt schon einiges. Hören Sie doch einmal Toni Polster zu, wenn er versucht, sich mitzuteilen. Ich begegnete Vastic vor vielen Jahren beruflich, als Vertreter meines damaligen Arbeitgebers hatte ich Sponsorverhandlungen zu führen.
Alles begann damit, dass mich sein freundlicher lokaler Manager zum Länderspiel gegen Schweden ins - damals noch - Schwarzenegger-Stadion einlud. Ein Schlammschlacht, fußballerisch. Ich glaube, man schied unentschieden voneinander. Danach gingen wir ins "Kornati" (in Graz damals das DAS Fischlokal) essen. Anwesend waren am riesigen Tisch: Ivo, Ehefrau Anni, die Mutter der Ehefrau, der Bruder des Cousins des Schwagers oder so, 93 andere Verwandte, 3.251 kroatische Freunde aus dem weiteren Clan-Umfeld, der Manager und - ich. Ums Eck saß Frank Stronach und plante das weitere Scheitern seines Fußball-Engagements.
Waren irgendwie ungewöhnliche Verhandlungen. Geführt wurden sie in erster Linie von Vastics steirischem Manager-Freund, ziemlich hart, aber wir einigten uns nach einigem Geplänkel.
Jetzt schwadroniere ich schon wieder - was ich eigentlich sagen will: Von all den Sportlern, die wir damals sponserten (darunter etwa ein ziemlich präpotentes Snowboarder-Pärchen und eine ziemlich erfolgreiche Tennisspielerin mit ziemlich zickigem Management) war Vastic der einzige, der exemplarisch professionell agierte. Er war immer freundlich, kooperativ - und dass er seine Verpflichtungen penibelst erfüllte, war ihm selbstverständlich.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir ihn baten, einen der vereinbarten Tage, die er zur Verfügung zu stehen hatte, für unsere Weihnachtsfeier zu verwenden. Welche unglaublich peinlich ausfiel - die Event-Chefin (bereue heute noch, dass ich die nicht von ihrem Job entfernt habe) stellte ihn als Weihnachtsmann zusammen mit einer australischen Sängerin (im Weihnachtsfrau-Kostüm samt rot geplüschtem Minirock) auf die Bühne, wo er vor 700 oder 800 Mitarbeitern den Karl zu machen hatte. Bistdunarrisch.
Vastic erledigte den idiotischen Job, ohne mit der Wimper zu zucken. Ein echter Profi. Er stand zu Wort und Vertrag.
Also, der langen Rede kurzer Sinn: Vastic hätte einfach Sturm-Trainer werden müssen, zu Hause in Graz. Nicht in Wien, bei der Austria, wie konnte er nur!
Freitag, 27. Januar 2012
Donnerstag, 26. Januar 2012
Schock und Absturz
Was für ein Schreck. Vor einiger Zeit sah ich im deutschen Fernsehen dem Altkanzler Helmut Schmidt bei seiner inzwischen akklamierten Rede zu. Eine Lichtgestalt, ich würde sagen: gemeinsam mit Nelson Mandela der beeindruckendste Politiker und Demokrat, den die Welt hat.
Dann Zappen zum ORF - und wie es der Teufel wollte, landete ich mitten in einem Interview mit Werner Faymann. Es war, vergleichsweise betrachtet, die Hölle. Irgendwie eine Direktschaltung von Einstein zur Micky Maus. Unsere aktuellen Politiker sind wirklich zum Heulen und Zähneklappern.
Eine Wohltat jedoch gestern Vormittag, ich hatte ein Interview mit Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina. Ein guter Mann. Nach all dem Trash unserer aktuellen Staatenlenker rund um Spar- und sonstige Pakete tat es wirklich gut, jemanden zu hören, der sich hinter dem Gesagten sichtlich auch etwas denkt. Der vor allem durchdacht hat und versteht, was er von sich gibt. Der unaufgeregt spricht, höflich ist, einen korrekten Eindruck hinterlässt, kurz: einen angenehmen Gesprächspartner abgibt. Also alles ist, was unsere heutigen Politiker nicht sind.
Sie können das Interview im heute Abend erscheinenden FORMAT nachlesen, es geht - natürlich - um Sparpaket, Reformprojekte, Steuern und so weiter. Einen kleinen Vorgriff darf ich ausnahmsweise einmal machen, weil mich solche Aussagen in ihrer Kompromisslosigkeit und Anständigkeit begeistern:
"Das möchte ich mir gar nicht erst vorstellen", sagt Lacina auf die Frage, ob er einen künftigen österreichischen Kanzler Strache für realistisch hält. Begründung: "Ein solcher Absturz der politischen Kultur sollte Österreich wirklich nicht passieren".
You said it all, man.
Dann Zappen zum ORF - und wie es der Teufel wollte, landete ich mitten in einem Interview mit Werner Faymann. Es war, vergleichsweise betrachtet, die Hölle. Irgendwie eine Direktschaltung von Einstein zur Micky Maus. Unsere aktuellen Politiker sind wirklich zum Heulen und Zähneklappern.
Eine Wohltat jedoch gestern Vormittag, ich hatte ein Interview mit Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina. Ein guter Mann. Nach all dem Trash unserer aktuellen Staatenlenker rund um Spar- und sonstige Pakete tat es wirklich gut, jemanden zu hören, der sich hinter dem Gesagten sichtlich auch etwas denkt. Der vor allem durchdacht hat und versteht, was er von sich gibt. Der unaufgeregt spricht, höflich ist, einen korrekten Eindruck hinterlässt, kurz: einen angenehmen Gesprächspartner abgibt. Also alles ist, was unsere heutigen Politiker nicht sind.
Sie können das Interview im heute Abend erscheinenden FORMAT nachlesen, es geht - natürlich - um Sparpaket, Reformprojekte, Steuern und so weiter. Einen kleinen Vorgriff darf ich ausnahmsweise einmal machen, weil mich solche Aussagen in ihrer Kompromisslosigkeit und Anständigkeit begeistern:
"Das möchte ich mir gar nicht erst vorstellen", sagt Lacina auf die Frage, ob er einen künftigen österreichischen Kanzler Strache für realistisch hält. Begründung: "Ein solcher Absturz der politischen Kultur sollte Österreich wirklich nicht passieren".
You said it all, man.
Montag, 16. Januar 2012
Als das Leben ein Lottogewinn war
Manchmal kommt sie nach langer Zeit überraschend wieder, die Erinnerung. Daran habe ich schon viele Jahre nicht mehr gedacht, aber seit ein paar Tagen immer wieder.
Damals war das so: Die noch recht neue Freundin Christiane und ich hatten die Fähre verpasst - und die nächste dann beinahe noch einmal. Aber schließlich schipperten wir doch noch unter der toskanischen Maisonne hinüber zu der kleinen Insel, machten es uns auf einem Felsen neben dem Minihafen des Hauptörtchens gemütlich, ließen uns den mitgebrachten Prosciutto samt Prosecco schmecken und blinzelten verliebt aufs Meer hinaus.
Das war ein schöner Tag, nur gute Gefühle im Nachhinein. Ich habe, glaube ich, sogar noch ein Foto - und werde einmal schauen, ob ich es finde und hier posten kann.
Jedenfalls, seit ein paar Tagen sehe ich diesen Felsen dauernd in der Zeitung. Vom Meer allerdings ist nicht mehr viel geblieben, weil dieses riesige Schiffswrack es aus dem Blick drängt.
Wer hätte das gedacht, dass ich 14 Jahre später auf diese Weise noch einmal an den schönen Urlaub auf dem Monte Argentario denken muss. An das Hotel hoch oben über Porto Santo Stefano. An Elefantino (das erkläre ich ihnen jetzt nicht, ein Insiderschmäh). Vor allem an diese Fährfahrt hinüber nach Giglio: Es ist warm, die feiste Meeresluft weht um meine Nase, es gibt keine Sorgen, Christiane schmiegt sich an, über dem Boot begleitet uns eine Möwe. Ich bin richtig glücklich und das Leben ist ein Lottogewinn.
Da hat sich einiges geändert, seit damals. Nicht nur, weil´s dort jetzt Tote gegeben hat.
Damals war das so: Die noch recht neue Freundin Christiane und ich hatten die Fähre verpasst - und die nächste dann beinahe noch einmal. Aber schließlich schipperten wir doch noch unter der toskanischen Maisonne hinüber zu der kleinen Insel, machten es uns auf einem Felsen neben dem Minihafen des Hauptörtchens gemütlich, ließen uns den mitgebrachten Prosciutto samt Prosecco schmecken und blinzelten verliebt aufs Meer hinaus.
Das war ein schöner Tag, nur gute Gefühle im Nachhinein. Ich habe, glaube ich, sogar noch ein Foto - und werde einmal schauen, ob ich es finde und hier posten kann.
Jedenfalls, seit ein paar Tagen sehe ich diesen Felsen dauernd in der Zeitung. Vom Meer allerdings ist nicht mehr viel geblieben, weil dieses riesige Schiffswrack es aus dem Blick drängt.
Wer hätte das gedacht, dass ich 14 Jahre später auf diese Weise noch einmal an den schönen Urlaub auf dem Monte Argentario denken muss. An das Hotel hoch oben über Porto Santo Stefano. An Elefantino (das erkläre ich ihnen jetzt nicht, ein Insiderschmäh). Vor allem an diese Fährfahrt hinüber nach Giglio: Es ist warm, die feiste Meeresluft weht um meine Nase, es gibt keine Sorgen, Christiane schmiegt sich an, über dem Boot begleitet uns eine Möwe. Ich bin richtig glücklich und das Leben ist ein Lottogewinn.
Da hat sich einiges geändert, seit damals. Nicht nur, weil´s dort jetzt Tote gegeben hat.
Sonntag, 15. Januar 2012
Ich bin ja nicht so
Heute beim Frühstück lese ich im Kurier, der Kabarettist Werner Schneyder sagt: Früher haben die großen Gangster Leibwächter gehabt, jetzt haben sie Ratingagenturen. Das gefällt mir und ich frage mich, warum sich bisher allem Anschein nach niemand ernsthaft damit auseinander setzte, wer von diesen Herabstufungen profitiert.
Den Politikern frommt so eine halbwegs investigative Frage natürlich nicht, dafür sind die - zumindest die aktuell auf österreichischer und europäischer Bühne agierenden - einfach zu schlicht. Harmlose Redakteure wie ich haben auch weder genügend Fachwissen noch Zeit, Mittel und Mut, dem nachzugehen. Aber selbst die superguten Journalisten in den superguten Medien von Zeit über FT bis Economist lassen von dieser Fragestellung mehr oder weniger die Finger.
Warum?
Könnte es doch sein, dass diverse Verschwörungstheorien wahr sind? Von finster Mächtigen auf dieser Welt, die abseits von Regierungen und sonstigen offiziellen Institutionen das eigentliche Sagen haben? Wo bleibt in diesem Fall James Bond? Der ist echt nie da, wenn man ihn gerade braucht.
Mir als simplem Steirerbua kommt es ja schon komisch vor, dass es nur drei private Firmen gibt, die mit ein paar tausend Angestellten die Weltökonomie im Griff haben. Dass es reicht, wenn so eine Firma sagt, da und dort könnte es Probleme geben - und schon gibt es sie tatsächlich.
Seit man, nur zum Beispiel, auf fallende oder steigende Zinsen spekulieren kann, muss man sich ja wohl fragen, wer auf der Welt die ganz große Kohle im Verborgenen macht, wenn auf Grund von Downratings Italien, Spanien und jetzt auch das minimale Österreich plötzlich für Anleihen grundlos mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Oder wenn ein paar Länder auf einmal sogar etwas dafür verlangen können, dass man ihnen Geld leiht. Warum die EU ein Land aufnimmt und sich von ihm auf der Nase herumtanzen lässt, dessen Chef nicht ganz dicht ist (und ich meine das wörtlich - man hört ja doch so einiges).
Warum es zu derart eigenartigen Verzögerungen beim Aufbau einer EU-Ratingagentur kommt, die ein Gegengewicht zu den drei teuflischen Ami-Firmen geben könnte und deren Start plus erste Jahre gerade einmal zwischen 400 und 700 Millionen kosten würde. Ein Pappenstiel im Vergleich zu dem, was Europa an Euros schon nach Griechenland, Italien und sonstwohin verschifft hat.
Aber: Der französische Wettbewerbskommissar Barnier schafft das einfach nicht und lässt das Projekt in Schubladen versauern. Ich wette: Kommen wird irgendwann bloß eine harmlose Plattform als Vernetzung diverser nationaler Prognoseinstitute, wie es in Österreich das Wifo oder das IHS sind - mehr nicht. Wessen Interessen verhindern da hinter den Kulissen, dass Fitch, Moody und S&P´s nicht mehr unbeschränkt und unhinterfragt fuhrwerken können, wie sie wollen?
Wem gehören die drei US-Ratingagenturen wirklich - ich meine: Wer steckt hinter deren Besitzern? Wer profitiert von all dem und sackt Milliarden in noch nie dagewesenem Ausmaß ein? Wie wurde wo von wem spekuliert, bevor jeweils neue Ratings öffentlich wurden und die Runde machten? Warum fällt den Merkels und Sarkozys nicht mehr ein, als der aktuelle Kosmetik-Schwachsinn, der für genau nichts ist?
Und warum nur haben wir in Österreich diese Micky-Mäuse an die Spitze unseres Landes gewählt und lassen sie dort hantieren?
Jedenfalls - ich würde auch gerne ein paar kleine Vorteile lukrieren und hätte folgendes Angebot to whom it may concern: Wer möchte, darf mir ab sofort Geld leihen - ich nehme jede Summe und verlange dafür auch nur 0,05 Prozent Zinsen für Kurzfristiges (das ich nach drei Monaten garantiert vollständig zurück zahle).
Jahresanleihen begebe ich sogar zinsenfrei, da komme ich den Investoren, die ihr Geld sicher bei mir parken möchten (ich tu´s einfach unter die Matratze), gerne entgegen. Ich bin ja nicht so.
Den Politikern frommt so eine halbwegs investigative Frage natürlich nicht, dafür sind die - zumindest die aktuell auf österreichischer und europäischer Bühne agierenden - einfach zu schlicht. Harmlose Redakteure wie ich haben auch weder genügend Fachwissen noch Zeit, Mittel und Mut, dem nachzugehen. Aber selbst die superguten Journalisten in den superguten Medien von Zeit über FT bis Economist lassen von dieser Fragestellung mehr oder weniger die Finger.
Warum?
Könnte es doch sein, dass diverse Verschwörungstheorien wahr sind? Von finster Mächtigen auf dieser Welt, die abseits von Regierungen und sonstigen offiziellen Institutionen das eigentliche Sagen haben? Wo bleibt in diesem Fall James Bond? Der ist echt nie da, wenn man ihn gerade braucht.
Mir als simplem Steirerbua kommt es ja schon komisch vor, dass es nur drei private Firmen gibt, die mit ein paar tausend Angestellten die Weltökonomie im Griff haben. Dass es reicht, wenn so eine Firma sagt, da und dort könnte es Probleme geben - und schon gibt es sie tatsächlich.
Seit man, nur zum Beispiel, auf fallende oder steigende Zinsen spekulieren kann, muss man sich ja wohl fragen, wer auf der Welt die ganz große Kohle im Verborgenen macht, wenn auf Grund von Downratings Italien, Spanien und jetzt auch das minimale Österreich plötzlich für Anleihen grundlos mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Oder wenn ein paar Länder auf einmal sogar etwas dafür verlangen können, dass man ihnen Geld leiht. Warum die EU ein Land aufnimmt und sich von ihm auf der Nase herumtanzen lässt, dessen Chef nicht ganz dicht ist (und ich meine das wörtlich - man hört ja doch so einiges).
Warum es zu derart eigenartigen Verzögerungen beim Aufbau einer EU-Ratingagentur kommt, die ein Gegengewicht zu den drei teuflischen Ami-Firmen geben könnte und deren Start plus erste Jahre gerade einmal zwischen 400 und 700 Millionen kosten würde. Ein Pappenstiel im Vergleich zu dem, was Europa an Euros schon nach Griechenland, Italien und sonstwohin verschifft hat.
Aber: Der französische Wettbewerbskommissar Barnier schafft das einfach nicht und lässt das Projekt in Schubladen versauern. Ich wette: Kommen wird irgendwann bloß eine harmlose Plattform als Vernetzung diverser nationaler Prognoseinstitute, wie es in Österreich das Wifo oder das IHS sind - mehr nicht. Wessen Interessen verhindern da hinter den Kulissen, dass Fitch, Moody und S&P´s nicht mehr unbeschränkt und unhinterfragt fuhrwerken können, wie sie wollen?
Wem gehören die drei US-Ratingagenturen wirklich - ich meine: Wer steckt hinter deren Besitzern? Wer profitiert von all dem und sackt Milliarden in noch nie dagewesenem Ausmaß ein? Wie wurde wo von wem spekuliert, bevor jeweils neue Ratings öffentlich wurden und die Runde machten? Warum fällt den Merkels und Sarkozys nicht mehr ein, als der aktuelle Kosmetik-Schwachsinn, der für genau nichts ist?
Und warum nur haben wir in Österreich diese Micky-Mäuse an die Spitze unseres Landes gewählt und lassen sie dort hantieren?
Jedenfalls - ich würde auch gerne ein paar kleine Vorteile lukrieren und hätte folgendes Angebot to whom it may concern: Wer möchte, darf mir ab sofort Geld leihen - ich nehme jede Summe und verlange dafür auch nur 0,05 Prozent Zinsen für Kurzfristiges (das ich nach drei Monaten garantiert vollständig zurück zahle).
Jahresanleihen begebe ich sogar zinsenfrei, da komme ich den Investoren, die ihr Geld sicher bei mir parken möchten (ich tu´s einfach unter die Matratze), gerne entgegen. Ich bin ja nicht so.
Donnerstag, 12. Januar 2012
Das Prassen lassen
Ein Büro wie ein Sammelsurium aus fremder Welt. Riesengroß und angefüllt mit: afrikanischen Objekten aller Art, moderner mitteleuropäischer Kunst, Statuen vom Elefanten, Eisbären und Plastikfröschen, zwei Modellschiffen (zum Beispiel James Cooks Entdeckerschiff "Endeavour"), Spielzeugautos, ein paar Büchern. Von denen eines gut auf die Haltung seines Besitzers schließen lässt: "Zahlen bitte!" heißt das Werk und es dreht sich darum, dass die Reichen, bitteschön, für die Kosten der Krise zur Kasse gebeten werden sollten.
Dazu ein Foto auf einem überdimensionalen Schreibtisch - der Bürobesitzer vor einem Graffiti-Schriftzug auf weißer Mauer, da steht: Eat the rich! Damit ist alles klar, es handelt sich um das Büro von: Arbeiterkammer-Chef Werner Muhm.
Ich habe ihn für das aktuelle FORMAT-Heft porträtiert und ihn dazu zweimal am Arbeitsplatz besucht. Jetzt kann ich sagen: Der Mann ist nett, wenn es um Zwischenmenschliches wie Kunst geht - und ziemlich unverträglich einseitig in Sachen soziale Gerechtigkeit. Ökonomisch betrachtet ist links von ihm außer der Wand nicht mehr so viel.
Ich meine: Meiner Ansicht nach sollten Vermögensteuern kommen und durchaus braucht es eine Umverteilung von der Besteuerung von Arbeit hin zur Besteuerung von Kapital. Aber so gnadenlos klassenkämpferisch wie Muhm muss man das nicht handhaben. Weil man so das Land und damit die Menschen eher beschädigt, und zwar recht nachhaltig. Auch ist nicht alles böse, was von Unternehmerseite kommt - und umgekehrt nicht alles gut, was in Richtung Kolchose und Sophkose geht.
Wobei: Soll ja jeder, wie er möchte. Bloß ist Werner Muhm in den vergangenen drei Jahren völlig unbeachtet von der Öffentlichkeit zum wesentlichen roten Einflüsterer geworden. Kaum einer weiß: Kanzler Werner Faymann hört auf niemanden so bedingungslos, wie auf Schattenmann Muhm, den Machtfaktor hinter den Kulissen. Der nicht gerne vor dem Vorhang steht, sondern dahinter an Fäden zieht, an denen die Entscheidungen formal Mächtigerer hängen.
Ich behaupte ja: Dieser Mann ist der Architekt hinter all den - teilweise sinnvollen, teilweise aber gefährlichen - Steuerschrauben, wie die SPÖ sie derzeit mit der ÖVP ausdealt. Ich bin in dieser Sache konservativ und voll fürs Sparen statt fürs einnahmenseitig finanzierte Prassen, wie vor allem sozialdemokratische Verschwender in öffentlichen Ämtern das so gerne tun. Und auf der anderen Seite den Ärmsten und Wehrlosesten das letzte bissl Geld - und Würde - auch noch wegnehmen, wie das etwa der populistische Landeshauptmann in der Steiermark handhabt: Dort hat man als einziges Bundesland - und illegalerweise - den Regress bei der Mindestsicherung eingeführt.
Egal, jedenfalls: Muhm-Porträt im neuen FORMAT, ab sofort in der Kolportage und ab morgen am Kiosk erhältlich. Und online: einfach hier klicken.
Dazu ein Foto auf einem überdimensionalen Schreibtisch - der Bürobesitzer vor einem Graffiti-Schriftzug auf weißer Mauer, da steht: Eat the rich! Damit ist alles klar, es handelt sich um das Büro von: Arbeiterkammer-Chef Werner Muhm.
Ich habe ihn für das aktuelle FORMAT-Heft porträtiert und ihn dazu zweimal am Arbeitsplatz besucht. Jetzt kann ich sagen: Der Mann ist nett, wenn es um Zwischenmenschliches wie Kunst geht - und ziemlich unverträglich einseitig in Sachen soziale Gerechtigkeit. Ökonomisch betrachtet ist links von ihm außer der Wand nicht mehr so viel.
Ich meine: Meiner Ansicht nach sollten Vermögensteuern kommen und durchaus braucht es eine Umverteilung von der Besteuerung von Arbeit hin zur Besteuerung von Kapital. Aber so gnadenlos klassenkämpferisch wie Muhm muss man das nicht handhaben. Weil man so das Land und damit die Menschen eher beschädigt, und zwar recht nachhaltig. Auch ist nicht alles böse, was von Unternehmerseite kommt - und umgekehrt nicht alles gut, was in Richtung Kolchose und Sophkose geht.
Wobei: Soll ja jeder, wie er möchte. Bloß ist Werner Muhm in den vergangenen drei Jahren völlig unbeachtet von der Öffentlichkeit zum wesentlichen roten Einflüsterer geworden. Kaum einer weiß: Kanzler Werner Faymann hört auf niemanden so bedingungslos, wie auf Schattenmann Muhm, den Machtfaktor hinter den Kulissen. Der nicht gerne vor dem Vorhang steht, sondern dahinter an Fäden zieht, an denen die Entscheidungen formal Mächtigerer hängen.
Ich behaupte ja: Dieser Mann ist der Architekt hinter all den - teilweise sinnvollen, teilweise aber gefährlichen - Steuerschrauben, wie die SPÖ sie derzeit mit der ÖVP ausdealt. Ich bin in dieser Sache konservativ und voll fürs Sparen statt fürs einnahmenseitig finanzierte Prassen, wie vor allem sozialdemokratische Verschwender in öffentlichen Ämtern das so gerne tun. Und auf der anderen Seite den Ärmsten und Wehrlosesten das letzte bissl Geld - und Würde - auch noch wegnehmen, wie das etwa der populistische Landeshauptmann in der Steiermark handhabt: Dort hat man als einziges Bundesland - und illegalerweise - den Regress bei der Mindestsicherung eingeführt.
Egal, jedenfalls: Muhm-Porträt im neuen FORMAT, ab sofort in der Kolportage und ab morgen am Kiosk erhältlich. Und online: einfach hier klicken.
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