Ich weiß, auch diesen Titel hatten wir bereits - aber in ganz anderem Zusammenhang. Einige Tage lang habe ich mich jetzt mit der Frage beschäftigt, warum in der Wirtschaftskammer niemand mit den sogenannten "Ein-Personen-Unternehmern" (kurz: EPU) reden will.
Da gibt es ja diese Facebook-Gruppe und diverse andere Plattformen, die sich mit der einen oder anderen vermeintlichen oder tatsächlichen Ungerechtigkeit beschäftigen, der selbstständige Klein- und Kleinstverdiener im österreichischen Sozialversicherungssystem vermeintlich oder tatsächlich ausgesetzt sind. In der Kammer kümmere sich niemand ernsthaft darum, erzählte mir vor einer Woche Kabarettist Werner Brix, der sich von der Bühne an die Spitze der kleinen Protestbewegung verpflanzt hat.
Ich hab´s versucht - mit mir wollte in der WKO zuerst auch keiner reden, erst recht Kammer-Boss Leitl nicht. Hartnäckigkeit trug mir zunächst bloß eine Beschwerde des recht dünnhäutigen Kammer-Pressechefs beim CR ein. Zehn Jahre habe er Ruhe gegeben, monierte der wichtige Mann, aber jetzt müsse er schon zum Hörer greifen, denn eine derart tendenziöse Fragestellung des Redakteurs könne er sich einfach nicht gefallen lassen.
Ich hatte gefragt, warum die Kammer und ihr Präsident nicht mit den EPU-Vertretern sprechen - und ob Leitl in seiner Doppelfunktion als WKO-Präsident und Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft nicht einem gewissen Interessenkonflikt ausgesetzt sein könnte.
Jedenfalls rief dann Präsident Leitl einen Tag später doch an, um freundlichst Rede und Antwort zu stehen. Weiters ist die entsprechechende Geschichte erschienen, Beschwerde hin oder her - und natürlich alles andere als tendenziös. Sondern sehr ausgewogen, wie ich meine. Außerdem versicherte mir der Kammer-Chef am Ende des Telefonates glaubhaft, ab sofort mit den EPUs zu sprechen und auch deren Podiumsdiskussion nächste Woche die Ehre zu geben sowie mitzureden (im Publikum, nicht am Podium - nur damit da keine falschen Erwartungen gewckt werden).
Ist doch nicht schlecht, oder? Worum es in der ganzen Sache genau geht, können Sie im heute erschienenen FORMAT nachlesen - und sobald die Story auch online ist, poste ich hier gerne den Link.
Freitag, 30. September 2011
Donnerstag, 29. September 2011
Rescue Mission
Die ganze Woche lang hatte ich das jetzt vor der Nase - am Montag bei der Pressekonferenz im Parlament gewesen, dann jeden Tag Zeitung gelesen um zu sehen, was die alle darüber bringen und was für uns letztendlich inhaltlich für eine Story übrig bleibt.
Nun ist die Geschichte geschrieben und gedruckt, das Heft morgen am Kiosk - und ich kann endlich tun, was ich schon die ganze Zeit tun wollte. Aber nicht konnte, von wegen neutraler Position des Berichterstatters und so weiter.
Habe mich jetzt aber soeben eingetragen, und zwar hier: Demokratievolksbegeheren. Glauben Sie mir - ich hab die Herren live gehört und weiß, die meinen es ernst. Außerdem sehe ich mir ja das ganze politische Geschehen im Land seit ein paar Monaten erste Reihe fußfrei an und bin ziemlich geschockt über den katastrophalen Zustand unserer Politik. Noch mehr über den der Politiker.
Daher bin ich überzeugt: Wenn überhaupt noch was zu retten ist, dann ist das der geeignete Zeitpunkt, mit der Rescue Mission zu beginnen. Zum Beispiel und am besten, indem man die Initiative "Mein Oe" unterstützt.
Nun ist die Geschichte geschrieben und gedruckt, das Heft morgen am Kiosk - und ich kann endlich tun, was ich schon die ganze Zeit tun wollte. Aber nicht konnte, von wegen neutraler Position des Berichterstatters und so weiter.
Habe mich jetzt aber soeben eingetragen, und zwar hier: Demokratievolksbegeheren. Glauben Sie mir - ich hab die Herren live gehört und weiß, die meinen es ernst. Außerdem sehe ich mir ja das ganze politische Geschehen im Land seit ein paar Monaten erste Reihe fußfrei an und bin ziemlich geschockt über den katastrophalen Zustand unserer Politik. Noch mehr über den der Politiker.
Daher bin ich überzeugt: Wenn überhaupt noch was zu retten ist, dann ist das der geeignete Zeitpunkt, mit der Rescue Mission zu beginnen. Zum Beispiel und am besten, indem man die Initiative "Mein Oe" unterstützt.
Montag, 26. September 2011
Ich, Sponsor
Man könnte es natürlich auch Deppensteuer nennen, aber ich tendiere doch eher zu: unfreiwillige Sponsorship.
Gestern verpasste ich auf der Pyhrnautobahn nördlich von Graz die Abfahrt Übelbach, selber schuld. Nur: einfach bei der nächsten Abfahrt runter und auf der anderen Seite zurück funktioniert nicht gut. Denn auf den folgenden zehn Kilometern lässt sich die Autobahn nicht verlassen, dann kommt der noch einmal knapp zehn Kilometer lange Gleinalmtunnel, und selbstverständlich hat die Asfinag davor keine Umkehrmöglichkeit eingerichtet. Warum auch, das wäre ja glatt Service am Autofahrer und soweit will man wohl nicht gehen.
Man muss durch den Tunnel durch - und am anderen Ende Maut zahlen. Dann kann man die Autobahn verlassen, drüben wieder auffahren und durch den Berg zurück - natürlich wieder gegen Maut. Ja, da lässt sich halt nichts machen, grinst die freundliche Dame im Kassahäuschen. Bin sichtlich nicht der erste, dem das passiert ist.
Immerhin 15 Euro kostet der Spaß, aber ich unterstützte die unverfrorene Abzocke der Asfinag ja eh gern. Die haben es ohnehin so schwer, weil sie nicht gerade als die beliebteste Firma des Landes gelten. Woher das bloß kommt?
Außerdem brauchen sie die Kohle. Immerhin muss man ja, wie neuerdings überall nachzulesen ist, die Inserate des Bundeskanzlers bezahlen - und Faymann ist bei seinen arrangierten öffentlichen Auftritten eher nicht von der zurückhaltenden Sorte.
Gestern verpasste ich auf der Pyhrnautobahn nördlich von Graz die Abfahrt Übelbach, selber schuld. Nur: einfach bei der nächsten Abfahrt runter und auf der anderen Seite zurück funktioniert nicht gut. Denn auf den folgenden zehn Kilometern lässt sich die Autobahn nicht verlassen, dann kommt der noch einmal knapp zehn Kilometer lange Gleinalmtunnel, und selbstverständlich hat die Asfinag davor keine Umkehrmöglichkeit eingerichtet. Warum auch, das wäre ja glatt Service am Autofahrer und soweit will man wohl nicht gehen.
Man muss durch den Tunnel durch - und am anderen Ende Maut zahlen. Dann kann man die Autobahn verlassen, drüben wieder auffahren und durch den Berg zurück - natürlich wieder gegen Maut. Ja, da lässt sich halt nichts machen, grinst die freundliche Dame im Kassahäuschen. Bin sichtlich nicht der erste, dem das passiert ist.
Immerhin 15 Euro kostet der Spaß, aber ich unterstützte die unverfrorene Abzocke der Asfinag ja eh gern. Die haben es ohnehin so schwer, weil sie nicht gerade als die beliebteste Firma des Landes gelten. Woher das bloß kommt?
Außerdem brauchen sie die Kohle. Immerhin muss man ja, wie neuerdings überall nachzulesen ist, die Inserate des Bundeskanzlers bezahlen - und Faymann ist bei seinen arrangierten öffentlichen Auftritten eher nicht von der zurückhaltenden Sorte.
Freitag, 23. September 2011
Schöne neue Welt
Ich glaube, diesen Titel gab´s hier schon einmal - aber egal. Für mich jedenfalls an sich eine halbwegs seltene Erfahrung: Neuerdings drehen sich dauernd Frauen nach mir um. Und nicht die hässlichsten.
Das fühlt sich nicht schlecht an, gebe ich begeistert zu. Ich muss aber erst herausfinden, woran es liegt. Vor allem: wieso das immer nur dann der Fall ist, wenn ich im Auto sitze. Außerdem, ist mir aufgefallen: erst seit letztem Montag. Genau genommen hat es eigentlich ziemlich exakt begonnen, als ich gerade den Test-Jaguar vom Denzel in Erdberg abgeholt hatte (für eine Geschichte in "Golf aktuell", die Sie demnächst dort lesen können).
Komisch. An meinem möglicherweise ein wenig flockiger gewordenen Gang kann´s kaum liegen, ich sitze ja immer (im ausgesprochen geschmeidigen Ledersitz, möchte ich anfügen), wenn die schönen Ladies ihre Köpfe wenden. Daran, dass ich drei oder vier Kilo abgenommen habe, wohl auch nicht - das ging (fürchte ich), weil mir in letzter Zeit vermehrt Dinge spanisch vorkommen, eher auf Kosten der Hirnmasse.
Was ist es also? Wirke ich vielleicht mit meinen neuen Ray Bans (Gott weiß warum) plötzlich nicht mehr lächerlich, sondern cool - wenn die Sonne scheint, was eh immer seltener der Fall ist, das Leben in Wien ist inzwischen leider nicht mehr aus Frühling und Sommer gemacht.
Oder liegt es gar, kaum wage ich es zu denken: am Jag? Und ist also die schöne neue Welt kommenden Montag Morgen, wenn ich ihn wieder abliefern muss, ein Ding von gestern?
Das fühlt sich nicht schlecht an, gebe ich begeistert zu. Ich muss aber erst herausfinden, woran es liegt. Vor allem: wieso das immer nur dann der Fall ist, wenn ich im Auto sitze. Außerdem, ist mir aufgefallen: erst seit letztem Montag. Genau genommen hat es eigentlich ziemlich exakt begonnen, als ich gerade den Test-Jaguar vom Denzel in Erdberg abgeholt hatte (für eine Geschichte in "Golf aktuell", die Sie demnächst dort lesen können).
Komisch. An meinem möglicherweise ein wenig flockiger gewordenen Gang kann´s kaum liegen, ich sitze ja immer (im ausgesprochen geschmeidigen Ledersitz, möchte ich anfügen), wenn die schönen Ladies ihre Köpfe wenden. Daran, dass ich drei oder vier Kilo abgenommen habe, wohl auch nicht - das ging (fürchte ich), weil mir in letzter Zeit vermehrt Dinge spanisch vorkommen, eher auf Kosten der Hirnmasse.
Was ist es also? Wirke ich vielleicht mit meinen neuen Ray Bans (Gott weiß warum) plötzlich nicht mehr lächerlich, sondern cool - wenn die Sonne scheint, was eh immer seltener der Fall ist, das Leben in Wien ist inzwischen leider nicht mehr aus Frühling und Sommer gemacht.
Oder liegt es gar, kaum wage ich es zu denken: am Jag? Und ist also die schöne neue Welt kommenden Montag Morgen, wenn ich ihn wieder abliefern muss, ein Ding von gestern?
Mittwoch, 21. September 2011
Mähdrescher
Kurz nur, weil mir klar ist, dass Ihnen das vermutlich schön langsam fad wird - wieder Anruf einer PR-Dame:
Den Namen der Agentur habe ich nicht gut verstanden, denn die Frau war ziemlich aufgeregt: Sie habe uns schon vor Tagen, adressiert an meinen Vorgänger, eine Presseaussendung geschickt - und die sei glatt nicht abgedruckt worden, was da los ist?
Habe ihr zunächst erklärt, dass der gute Mann seit Ende Juli nicht mehr an seinem Arbeitsplatz, das eMail also vermutlich verschütt gegangen ist. Und Sie haben das nicht weitergeleitet bekommen?, wollte sie wissen.
An sich eine gute Frage, obwohl die Antwort eh auf der Hand liegt. Jedenfalls, der Clou: Es ging in der Aussendung, fand ich durch beharrliches Nachfragen heraus, um eine Studie über neue Mähdrescher.
Sie haben sich nicht verlesen.
Die PR-Dame war dann trotzdem recht pikiert, als ich ihr erklärte - im Politik-Ressort von FORMAT werde nur ganz selten über Mähdrescher geschrieben, dass die Aussendung also sowieso kaum Chancen auf Veröffentlichung gehabt hätte. Selbst dann nicht, wenn sie gleich beim richtigen Adressaten gelandet wäre (ehrlich, unter uns: Ich hätte das Ding vermutlich einfach gelöscht und ziemlich gelacht).
Was mir völlig unklar ist: Wie kann jemand an die Politik-Redaktion eines Nachrichtenmagazins eine Pressemeldung über Mähdrescher schicken - und sich dann ernsthaft wundern, dass die nicht den Weg ins Blatt findet?
Ich muss wohl noch viel über Public Relations und Medien lernen...
Den Namen der Agentur habe ich nicht gut verstanden, denn die Frau war ziemlich aufgeregt: Sie habe uns schon vor Tagen, adressiert an meinen Vorgänger, eine Presseaussendung geschickt - und die sei glatt nicht abgedruckt worden, was da los ist?
Habe ihr zunächst erklärt, dass der gute Mann seit Ende Juli nicht mehr an seinem Arbeitsplatz, das eMail also vermutlich verschütt gegangen ist. Und Sie haben das nicht weitergeleitet bekommen?, wollte sie wissen.
An sich eine gute Frage, obwohl die Antwort eh auf der Hand liegt. Jedenfalls, der Clou: Es ging in der Aussendung, fand ich durch beharrliches Nachfragen heraus, um eine Studie über neue Mähdrescher.
Sie haben sich nicht verlesen.
Die PR-Dame war dann trotzdem recht pikiert, als ich ihr erklärte - im Politik-Ressort von FORMAT werde nur ganz selten über Mähdrescher geschrieben, dass die Aussendung also sowieso kaum Chancen auf Veröffentlichung gehabt hätte. Selbst dann nicht, wenn sie gleich beim richtigen Adressaten gelandet wäre (ehrlich, unter uns: Ich hätte das Ding vermutlich einfach gelöscht und ziemlich gelacht).
Was mir völlig unklar ist: Wie kann jemand an die Politik-Redaktion eines Nachrichtenmagazins eine Pressemeldung über Mähdrescher schicken - und sich dann ernsthaft wundern, dass die nicht den Weg ins Blatt findet?
Ich muss wohl noch viel über Public Relations und Medien lernen...
Sonntag, 18. September 2011
Bin ich ein Snob?
Jetzt frage ich mich wirklich: Bin ich zum Snob geworden?
Eine Bekannte rief an, sie wollte mir sogenannte "Season Tickets" für den Solheim Cup schenken, also freien Eintritt für die ganze Turnierwoche. Irland, Golf, die schöne Gegend rund um das Killeen Castle, den verwunschenen River Boyne und den geschichtsträchtigen Hügel Tara... Lovely Michelle, die beim Tourismusverband "Fáilte Ireland" auf recht charmante Weise das Thema Golf betreut, hätte ich sicher auch wieder getroffen.
Aber ich habe, schweren Herzens, dankend abgelehnt.
Es ist nämlich so: Als Zuseher hast du bei sehr großen Golfturnieren bald einmal ordentlich Stress. Der Parkplatz liegt irgendwo in der Pampa. In immer überbesetzten Shuttlebussen zum Wettbewerbsgelände rammt dir schnell der rechte Nachbar den Ellbogen ins Gesicht, der linke das Knie in den Bauch. Wenn du Hunger hast, musst du deinen Platz in der 57. Reihe verlassen, von dem aus du sowieso eher nicht mehr als zwei Quadratzentimeter Fairway siehst, um dich an einer schwer belagerten Essensbude um ein verschrumpeltes Bratwürstel zu balgen (in Irland möglicherweise um Schlimmeres, das Essen dort ist ja nicht so toll). Und wenn du erst einmal, wie 29.000 andere Zuseher auch, am Gelände aufs Klo musst: Frage nicht.
Mit einer Presse-Akkreditierung, um die ich mich nicht gekümmert habe, geht es schon entspannter zu: Shuttledienst machen meistens die Courtesy Cars, wenn nicht gerade ein Spieler zu befördern ist. Essen und trinken kannst du ganz ordentlich im Pressezentrum. Um freie und gute Sicht brauchst du dir auch keine Sorgen zu machen, weil du oft eh inside the ropes mitgehen kamst - oder sonst ohnehin das feine TV-Signal der European Tour hast. Und so weiter halt...
Snobistische verwöhnte Pinkel, wir Schreiber? Für die Austrian Golf Open, die nächstes Wochenende in Atzenbrugg bei Wien stattfinden, ist mir sogar mein kleiner schwarzer BMW zu minder - immerhin hat mir eine Kollegin vor kurzem umstandslos mitgeteilt, der sei ein Arschlochauto.
Also habe ich Jaguar Österreich gebeten, mir eine Woche lang einen XJ zu leihen - was sie auch tun, weil ich daraus dann eine Geschichte mache, die Sie im nächsten "Golf aktuell" lesen können. Es reitet sich im 300-PS-Jag halt einfach geschmeidiger am Golfplatzparkplatz ein, als im braven Dreier-BMW, in dem auch Versicherungsvertreter oder FPÖ-Politiker anreisen würden.
Aber wie eingangs gesagt - jetzt frage ich mich schon ein wenig erschrocken: Bin ich tatsächlich zum Snob geworden?
Sollten Sie das hier lesen und mich persönlich kennen: Bitte geben Sie mir einen schonungslosen Hinweis und posten Sie hier oder auf Facebook einen kurzen Kommentar. Sollten keine kommen, wäre das auch eine Art Hinweis - ja, ich bin.
In diesem Fall: Ojeh.
Eine Bekannte rief an, sie wollte mir sogenannte "Season Tickets" für den Solheim Cup schenken, also freien Eintritt für die ganze Turnierwoche. Irland, Golf, die schöne Gegend rund um das Killeen Castle, den verwunschenen River Boyne und den geschichtsträchtigen Hügel Tara... Lovely Michelle, die beim Tourismusverband "Fáilte Ireland" auf recht charmante Weise das Thema Golf betreut, hätte ich sicher auch wieder getroffen.
Aber ich habe, schweren Herzens, dankend abgelehnt.
Es ist nämlich so: Als Zuseher hast du bei sehr großen Golfturnieren bald einmal ordentlich Stress. Der Parkplatz liegt irgendwo in der Pampa. In immer überbesetzten Shuttlebussen zum Wettbewerbsgelände rammt dir schnell der rechte Nachbar den Ellbogen ins Gesicht, der linke das Knie in den Bauch. Wenn du Hunger hast, musst du deinen Platz in der 57. Reihe verlassen, von dem aus du sowieso eher nicht mehr als zwei Quadratzentimeter Fairway siehst, um dich an einer schwer belagerten Essensbude um ein verschrumpeltes Bratwürstel zu balgen (in Irland möglicherweise um Schlimmeres, das Essen dort ist ja nicht so toll). Und wenn du erst einmal, wie 29.000 andere Zuseher auch, am Gelände aufs Klo musst: Frage nicht.
Mit einer Presse-Akkreditierung, um die ich mich nicht gekümmert habe, geht es schon entspannter zu: Shuttledienst machen meistens die Courtesy Cars, wenn nicht gerade ein Spieler zu befördern ist. Essen und trinken kannst du ganz ordentlich im Pressezentrum. Um freie und gute Sicht brauchst du dir auch keine Sorgen zu machen, weil du oft eh inside the ropes mitgehen kamst - oder sonst ohnehin das feine TV-Signal der European Tour hast. Und so weiter halt...
Snobistische verwöhnte Pinkel, wir Schreiber? Für die Austrian Golf Open, die nächstes Wochenende in Atzenbrugg bei Wien stattfinden, ist mir sogar mein kleiner schwarzer BMW zu minder - immerhin hat mir eine Kollegin vor kurzem umstandslos mitgeteilt, der sei ein Arschlochauto.
Also habe ich Jaguar Österreich gebeten, mir eine Woche lang einen XJ zu leihen - was sie auch tun, weil ich daraus dann eine Geschichte mache, die Sie im nächsten "Golf aktuell" lesen können. Es reitet sich im 300-PS-Jag halt einfach geschmeidiger am Golfplatzparkplatz ein, als im braven Dreier-BMW, in dem auch Versicherungsvertreter oder FPÖ-Politiker anreisen würden.
Aber wie eingangs gesagt - jetzt frage ich mich schon ein wenig erschrocken: Bin ich tatsächlich zum Snob geworden?
Sollten Sie das hier lesen und mich persönlich kennen: Bitte geben Sie mir einen schonungslosen Hinweis und posten Sie hier oder auf Facebook einen kurzen Kommentar. Sollten keine kommen, wäre das auch eine Art Hinweis - ja, ich bin.
In diesem Fall: Ojeh.
Samstag, 17. September 2011
Klausi mit "i"
Na Klausi, überarbeite dich net, sagt Dozent Tom aus Deutschland, der für diverse TV-Stationen als Regisseur arbeitet und uns hier auf der Donauuni beibringen soll, wie man einen Beitrag schneidet.
Das macht aber gerade Kommilitone Roman im Schneideraum, während ich mich mit einem Coffee-to-go in den Gang gesetzt habe (sie sind an der Donau-Universität wirklich gut ausgestattet, die Gänge hier sind hell, freundlich, mit Pflanzen, Kaffeetischchen und Ledercouches bestückt). Mein Job ist der Kommentar-Text - und weil ich da halt einfach flink wie Speedy Gonzales bin: schon längst fertig, jetzt blogge ich.
Tom weiß das natürlich nicht, sieht mich nur konzentriert in die Tasten klopfen und denkt vermutlich: so ein fleißiger Student, der wird´s noch einmal zu was bringen im Leben, was eh höchste Zeit ist, weil ganz jung ist der ja nicht mehr, schon seltsam, was für alte Studenten hier an der Donau-Universität zu Werke gehen.
Oder so.
Jedenfalls: Vorgestern haben Roman und ich gedreht, wieder einmal den Fährmann Dürnstein-Rossatz an der Donau, vergangenen April wäre ich ja beim Gestalten des Radiobeitrages fast zweimal ins Wasser gefallen, sie können´s hier nachlesen.
Danach herrschte gestern hektische Betriebsamkeit im Studio, zu welchem provisorisch das Uni-Foyer gemacht wurde. Die Kollegen-Gruppe, bestehend aus Marlene, Michi und Matthias, hatte ein bissl was nachzudrehen. Ich war frech und hab mit dem iPhone ein Bild gemacht, Sie sehen: Marlene hält das Mikro, interviewt wird Studiengangs-Chefin Julia, der Mann mit den verbalkten Augen links ist Dozent Tom, der angeschnittene ganz links im Bild Dozent Dirk vom WDR.
So war das vorgestern, gestern und heute an der Donau-Universität in Krems. Jetzt muss ich wieder arbeiten, wir haben gleich Schnittabnahme. Übringens: Klausi, mit "i" am Ende, hat zum letzten Mal eine inzwischen steinalte Tante zu mir gesagt, als ich acht oder so war. Dachte eigentlich, das habe ich hinter mir...
Das macht aber gerade Kommilitone Roman im Schneideraum, während ich mich mit einem Coffee-to-go in den Gang gesetzt habe (sie sind an der Donau-Universität wirklich gut ausgestattet, die Gänge hier sind hell, freundlich, mit Pflanzen, Kaffeetischchen und Ledercouches bestückt). Mein Job ist der Kommentar-Text - und weil ich da halt einfach flink wie Speedy Gonzales bin: schon längst fertig, jetzt blogge ich.
Tom weiß das natürlich nicht, sieht mich nur konzentriert in die Tasten klopfen und denkt vermutlich: so ein fleißiger Student, der wird´s noch einmal zu was bringen im Leben, was eh höchste Zeit ist, weil ganz jung ist der ja nicht mehr, schon seltsam, was für alte Studenten hier an der Donau-Universität zu Werke gehen.
Oder so.
Jedenfalls: Vorgestern haben Roman und ich gedreht, wieder einmal den Fährmann Dürnstein-Rossatz an der Donau, vergangenen April wäre ich ja beim Gestalten des Radiobeitrages fast zweimal ins Wasser gefallen, sie können´s hier nachlesen.
Danach herrschte gestern hektische Betriebsamkeit im Studio, zu welchem provisorisch das Uni-Foyer gemacht wurde. Die Kollegen-Gruppe, bestehend aus Marlene, Michi und Matthias, hatte ein bissl was nachzudrehen. Ich war frech und hab mit dem iPhone ein Bild gemacht, Sie sehen: Marlene hält das Mikro, interviewt wird Studiengangs-Chefin Julia, der Mann mit den verbalkten Augen links ist Dozent Tom, der angeschnittene ganz links im Bild Dozent Dirk vom WDR.
So war das vorgestern, gestern und heute an der Donau-Universität in Krems. Jetzt muss ich wieder arbeiten, wir haben gleich Schnittabnahme. Übringens: Klausi, mit "i" am Ende, hat zum letzten Mal eine inzwischen steinalte Tante zu mir gesagt, als ich acht oder so war. Dachte eigentlich, das habe ich hinter mir...
Mittwoch, 14. September 2011
Politiker
Irgendwie ist es schon erstaunlich, wie Politiker Stereotypen folgen. Vergangenen Montag war der deutsche Grünen-Chef Jürgen Trittin in Österreich für einen Vortrag bei der Agentur Grayling zu Gast (danke für die Einladung). Sehr deutsch. Rein vom Äußerlichen würde der bei uns locker als Chef einer bürgerlichen Partei durchgehen.
Schicker Anzug, weißes Hemd, frisch rasiert und gut gekämmt. Groß gewachsen und als er loslegte, war das eine Wohltat im Vergleich zu dem, was österreichische Politiker so von sich geben: Der Mann sprach glatt in ganzen Sätzen, kam auch in der freien Rede ohne gröbere Grammatik-Fehler aus und wusste wohlsortiert über ein ziemlich breites Themenspektrum zu plaudern.
Dass dabei manchmal vielleicht inhaltlich nicht alles auf die Waagschale zu legen war, fiel nicht weiter auf (neben mir saß die Verbund-Kommunikationschefin, die hat es bei einigen Trittin-Sagern zum Thema Energie ganz schön gerissen). Function follows form, so ist das eben.
Heute hatte ich eine leidige Diskussion mit einer, sagen wir einmal: nicht erstklassigen Polit-Mitläuferin einer der beiden unsäglichen Parteien abzuhandeln (mir ist in einer Geschichte vor ein paar Wochen ein kleiner Fehler unterlaufen). Wenn ich den intellektuellen Gehalt mit jenem des Auftritts des deutschen Grünen vergleiche: jessas. Es ist Ihnen sicher klar, in welche Richtung ich das meine.
Wobei, wieder zurück zu den Grünen: Inhaltlich kann natürlich auch ex-Boss van der Bellen locker mit Trittin mithalten, und optisch spielt die aktuelle österreichische Grünen-Chefin Glawischnig (montags ebenfalls vor Ort, ich konnte mir also ein Bild machen) sowieso in einer für Politiker eigenen Liga.
Aber ich bin immer noch baff und ratlos, warum deutsche Politiker immer so staatstragend und weltmännisch daher kommen - während man bei österreichischen vergleichsweise permanent den Eindruck hat, sie traben frisch vom Stallausmisten an und haben die Schaufel gerade erst aus der Hand gelegt.
Schicker Anzug, weißes Hemd, frisch rasiert und gut gekämmt. Groß gewachsen und als er loslegte, war das eine Wohltat im Vergleich zu dem, was österreichische Politiker so von sich geben: Der Mann sprach glatt in ganzen Sätzen, kam auch in der freien Rede ohne gröbere Grammatik-Fehler aus und wusste wohlsortiert über ein ziemlich breites Themenspektrum zu plaudern.
Dass dabei manchmal vielleicht inhaltlich nicht alles auf die Waagschale zu legen war, fiel nicht weiter auf (neben mir saß die Verbund-Kommunikationschefin, die hat es bei einigen Trittin-Sagern zum Thema Energie ganz schön gerissen). Function follows form, so ist das eben.
Heute hatte ich eine leidige Diskussion mit einer, sagen wir einmal: nicht erstklassigen Polit-Mitläuferin einer der beiden unsäglichen Parteien abzuhandeln (mir ist in einer Geschichte vor ein paar Wochen ein kleiner Fehler unterlaufen). Wenn ich den intellektuellen Gehalt mit jenem des Auftritts des deutschen Grünen vergleiche: jessas. Es ist Ihnen sicher klar, in welche Richtung ich das meine.
Wobei, wieder zurück zu den Grünen: Inhaltlich kann natürlich auch ex-Boss van der Bellen locker mit Trittin mithalten, und optisch spielt die aktuelle österreichische Grünen-Chefin Glawischnig (montags ebenfalls vor Ort, ich konnte mir also ein Bild machen) sowieso in einer für Politiker eigenen Liga.
Aber ich bin immer noch baff und ratlos, warum deutsche Politiker immer so staatstragend und weltmännisch daher kommen - während man bei österreichischen vergleichsweise permanent den Eindruck hat, sie traben frisch vom Stallausmisten an und haben die Schaufel gerade erst aus der Hand gelegt.
Dienstag, 13. September 2011
Haaaaaaa!
Da sitz ich nach einem anstrengenden Tag, lese gerade eine fertig geschriebene Geschichte noch einmal Korrektur, komm auf blöde Fehler drauf und denke mir: Lasst das jetzt am besten einfach sein, ist ja schon Abend und draußen wird´s finster, tust stattdessen einfach ein bissl Bloggen.
Sehe in der Statistik bei den Sucheinträgen (ja, liebe Leser - ich kann das sehen, wenn Sie zu diesem Blog gelangt sind, weil Sie auf Google einen Sucheintrag gemacht haben, der Sie hierher führte, aber keine Angst, ich kann nur den Suchbegriff sehen, nicht den Suchenden):
Dubliners Playlist Metropol 2011.
Und brauche nur ein paar Klicks, um herauszufinden: Die haben jetzt fünf Konzerte in Folge in Wien gegeben und heute, Beginn genau jetzt, ist das letzte.
Haaaaaaaaa! Kein Plakat ist mir aufgefallen, niemand hat was gesagt und der Kulturteil des FORMAT hat das sträflich verschwiegen. Da werde ich mich morgen bei der Kollegin beschweren. Jedenfalls, gestern in der Früh beim Herfahren nach Wien dachte ich mir noch, wie fein es wäre, jetzt wieder einmal ein Konzert der Dubliners zu sehen. Und nun das. Haaaaaaaaaa! Noch einmal.
Sehe aber: Am Samstag sind sie in Linz, vielleicht erbarmt sich ja eine meiner zwei Linzer Studienkolleginnen, die ich übermorgen eh auf der Donauuni in Krems sehe, und...
Und falls das nicht klappt, habe ich herausgefunden (jetzt wollte ich´s nämlich ganz genau wissen, damit sowas nicht noch einmal passiert): 29. und 30. Dezember, die Dubliners, Dublin, live, Vicar Street. Was Größeres gibt´s nicht, außer natürlich Königin Sinéad oder der ewig besoffene Shane MacGowan treten dort auf.
Was glauben Sie, wo ich die letzten Tage dieses Jahres verbringen werde?
Sehe in der Statistik bei den Sucheinträgen (ja, liebe Leser - ich kann das sehen, wenn Sie zu diesem Blog gelangt sind, weil Sie auf Google einen Sucheintrag gemacht haben, der Sie hierher führte, aber keine Angst, ich kann nur den Suchbegriff sehen, nicht den Suchenden):
Dubliners Playlist Metropol 2011.
Und brauche nur ein paar Klicks, um herauszufinden: Die haben jetzt fünf Konzerte in Folge in Wien gegeben und heute, Beginn genau jetzt, ist das letzte.
Haaaaaaaaa! Kein Plakat ist mir aufgefallen, niemand hat was gesagt und der Kulturteil des FORMAT hat das sträflich verschwiegen. Da werde ich mich morgen bei der Kollegin beschweren. Jedenfalls, gestern in der Früh beim Herfahren nach Wien dachte ich mir noch, wie fein es wäre, jetzt wieder einmal ein Konzert der Dubliners zu sehen. Und nun das. Haaaaaaaaaa! Noch einmal.
Sehe aber: Am Samstag sind sie in Linz, vielleicht erbarmt sich ja eine meiner zwei Linzer Studienkolleginnen, die ich übermorgen eh auf der Donauuni in Krems sehe, und...
Und falls das nicht klappt, habe ich herausgefunden (jetzt wollte ich´s nämlich ganz genau wissen, damit sowas nicht noch einmal passiert): 29. und 30. Dezember, die Dubliners, Dublin, live, Vicar Street. Was Größeres gibt´s nicht, außer natürlich Königin Sinéad oder der ewig besoffene Shane MacGowan treten dort auf.
Was glauben Sie, wo ich die letzten Tage dieses Jahres verbringen werde?
Montag, 12. September 2011
Gegen Verschiedenes
Heute am Weg nach Wien im Morgenjournal auf Ö1 (das ist ja der einzige Sender, den man beim Autofahren hören kann, weil FM4 für sechs Uhr in der Früh doch ein bissl zu flippig ist), ein Graffiti-Künstler sagte: Ich bin gegen große Konzerne und überhaupt gegen Verschiedenes.
Muss schön sein, mit einem vereinfachten Weltbild durch die Lande zu sprayen. Wenn man gegen Verschiedenes ist, braucht man nicht allzu viel nachzudenken, das lässt ja Spielraum für - eben Verschiedenes. Kommt auch super bei Radio-Interviews (wie in diesem Fall auf Ö1): Gegen Verschiedenes zu sein, fordert Nachfragen natürlich heraus, meistens ist dafür aber keine Zeit, Radiosekunden sind kostbar. Also kannst du als supercooler new-age-hiphop-house-haudenhutdrauf-Sprayer darauf vertrauen, dass der Interviewer das so stehen lässt und zum nächsten Thema wechselt, du also locker als lässiger Typ dastehst, der voll den Durchblick hat.
Im Kurier las ich zwei Stunden später zur Fußballteamchef-Diskussion den eigenartigen Satz: Der Sturm-Coach ... dementierte aber auch keine künftigen Kontakte mit dem ÖFB. Aha? Da ist vermutlich ein wenig was schief gelaufen, beim Formulieren. Wie soll man denn dementieren, was nicht da sein wird?
Oder ist der Redakteur gar ein gfeanzter Hund, der auf diese Weise trickreich ausdrücken wollte, dass Foda bestätigt: Er wird sich schon bald mit dem Verband einig sein. Dann wäre das wiederum ein richtig gutes Sätzlein.
Ich bin in der Teamchef-Frage sowieso für die einzig vernünftige Lösung, also für Franco Foda. Und überhaupt gegen Verschiedene.
P.S. Zur Sicherheit (mich schleudert es da seit verschiedenen Rechtschreibreformen immer, gegen die ich übrigens auch bin) habe ich nachgesehen: Man kann verschiedenes (alte Rechtschreibung) oder Verschiedenes (neue Rechtschreibung) schreiben, wenn ich den Duden richtig verstehe. Die Duden-Radaktion hat außerdem keine weiteren künftigen Änderungen dementiert.
Muss schön sein, mit einem vereinfachten Weltbild durch die Lande zu sprayen. Wenn man gegen Verschiedenes ist, braucht man nicht allzu viel nachzudenken, das lässt ja Spielraum für - eben Verschiedenes. Kommt auch super bei Radio-Interviews (wie in diesem Fall auf Ö1): Gegen Verschiedenes zu sein, fordert Nachfragen natürlich heraus, meistens ist dafür aber keine Zeit, Radiosekunden sind kostbar. Also kannst du als supercooler new-age-hiphop-house-haudenhutdrauf-Sprayer darauf vertrauen, dass der Interviewer das so stehen lässt und zum nächsten Thema wechselt, du also locker als lässiger Typ dastehst, der voll den Durchblick hat.
Im Kurier las ich zwei Stunden später zur Fußballteamchef-Diskussion den eigenartigen Satz: Der Sturm-Coach ... dementierte aber auch keine künftigen Kontakte mit dem ÖFB. Aha? Da ist vermutlich ein wenig was schief gelaufen, beim Formulieren. Wie soll man denn dementieren, was nicht da sein wird?
Oder ist der Redakteur gar ein gfeanzter Hund, der auf diese Weise trickreich ausdrücken wollte, dass Foda bestätigt: Er wird sich schon bald mit dem Verband einig sein. Dann wäre das wiederum ein richtig gutes Sätzlein.
Ich bin in der Teamchef-Frage sowieso für die einzig vernünftige Lösung, also für Franco Foda. Und überhaupt gegen Verschiedene.
P.S. Zur Sicherheit (mich schleudert es da seit verschiedenen Rechtschreibreformen immer, gegen die ich übrigens auch bin) habe ich nachgesehen: Man kann verschiedenes (alte Rechtschreibung) oder Verschiedenes (neue Rechtschreibung) schreiben, wenn ich den Duden richtig verstehe. Die Duden-Radaktion hat außerdem keine weiteren künftigen Änderungen dementiert.
Dienstag, 6. September 2011
Was geht mich das an?
Wieder ein Recherche-Telefonat, am Rohr: Nina Hiebler, die im Büro der steirischen ÖVP etwas macht - was genau, will sie nicht sagen. Ich wüsste nicht, was das Sie angeht, blafft sie und hat damit ja eigentlich gar nicht einmal Unrecht.
Jedenfalls war ich auf der Suche nach dem Landesgeschäftsführer. Außer Haus, informierte mich Frau Hiebler, und ob er heute noch einmal zurück kommt, weiß ich nicht. Auf die Bitte, mich dann eben mit dem Pressesprecher zu verbinden, sagte sie: Sie können jederzeit mit Frau Jauk sprechen, nur ist die im Moment auch außer Haus.
Ob es eine Handynummer des Chefs gebe, weil ein Statement halbwegs dringend...?
Nein, behauptete Frau Hiebler, was ich ihr selbst nach einer kleinen Nachdenkpause nach wie vor noch nicht ganz glaube. Sollte denn der Landes-GF der steirischen ÖVP tatsächlich einer der ganz wenigen Österreicher sein, die ihr Leben ohne Handy bestreiten? Ausgerechnet in diesem Job? Hm.
Spanisch kam mir außerdem vor, dass eine Frau Jauk Pressesprecherin sein sollte, ich hatte irgendwie einen anderen Namen im Hinterkopf. Auf Nachfrage stellte sich dann heraus: Ist sie eh nicht, sondern die Sekretärin des GF.
Also noch einmal die Frage: Können Sie mich mit dem Pressesprecher verbinden?
Antwort Hiebler: Sie können mit Frau Jauk sprechen.
Frage von mir, noch einmal: Ich würde lieber mit dem Pressesprecher reden, könnten Sie mich mit ihm verbinden oder mir seine Handynummer geben?
Klare Antwort, kurz und bündig: Nein.
Noch einmal ich: Ehrlich, Sie wollen einen Journalisten, der anruft, nicht mit dem Pressesprecher verbinden? Das ist ein wenig ungewöhnlich, gibt´s einen speziellen Grund dafür?
Frau Hiebler, bereits halbwegs ungehalten - aber sie nimmt diese Worte offensichtlich wirklich gern in den Mund: Ich wüsste nicht, was Sie das angeht.
Ich: Es wäre wahrscheinlich sinnlos, das jetzt im Detail zu diskutieren. Wie heißt denn der Pressesprecher der steirischen ÖVP?
Nina Hiebler: Das weiß ich nicht.
Möglicherweise wundert es Sie nun nicht, dass ich als nächstes fragte, welche Funktion die Dame denn eigentlich genau in der steirischen ÖVP ausübt. Und vermutlich auch nicht, dass Frau Hiebler mir das nicht sagen wollte. Ich kann auch nicht ganz umhin, die offensichtlich ein wenig skurrilen Zustände im Back Office der steirischen Volkspartei mit jenen auf Bundesebene in Zusammenhang zu bringen. Fast ein Wunder, dass die steirischen und die Bundes-Schwarzen nicht viel besser miteinander auskommen.
So weit auseinander sind die nämlich nicht...
Jedenfalls war ich auf der Suche nach dem Landesgeschäftsführer. Außer Haus, informierte mich Frau Hiebler, und ob er heute noch einmal zurück kommt, weiß ich nicht. Auf die Bitte, mich dann eben mit dem Pressesprecher zu verbinden, sagte sie: Sie können jederzeit mit Frau Jauk sprechen, nur ist die im Moment auch außer Haus.
Ob es eine Handynummer des Chefs gebe, weil ein Statement halbwegs dringend...?
Nein, behauptete Frau Hiebler, was ich ihr selbst nach einer kleinen Nachdenkpause nach wie vor noch nicht ganz glaube. Sollte denn der Landes-GF der steirischen ÖVP tatsächlich einer der ganz wenigen Österreicher sein, die ihr Leben ohne Handy bestreiten? Ausgerechnet in diesem Job? Hm.
Spanisch kam mir außerdem vor, dass eine Frau Jauk Pressesprecherin sein sollte, ich hatte irgendwie einen anderen Namen im Hinterkopf. Auf Nachfrage stellte sich dann heraus: Ist sie eh nicht, sondern die Sekretärin des GF.
Also noch einmal die Frage: Können Sie mich mit dem Pressesprecher verbinden?
Antwort Hiebler: Sie können mit Frau Jauk sprechen.
Frage von mir, noch einmal: Ich würde lieber mit dem Pressesprecher reden, könnten Sie mich mit ihm verbinden oder mir seine Handynummer geben?
Klare Antwort, kurz und bündig: Nein.
Noch einmal ich: Ehrlich, Sie wollen einen Journalisten, der anruft, nicht mit dem Pressesprecher verbinden? Das ist ein wenig ungewöhnlich, gibt´s einen speziellen Grund dafür?
Frau Hiebler, bereits halbwegs ungehalten - aber sie nimmt diese Worte offensichtlich wirklich gern in den Mund: Ich wüsste nicht, was Sie das angeht.
Ich: Es wäre wahrscheinlich sinnlos, das jetzt im Detail zu diskutieren. Wie heißt denn der Pressesprecher der steirischen ÖVP?
Nina Hiebler: Das weiß ich nicht.
Möglicherweise wundert es Sie nun nicht, dass ich als nächstes fragte, welche Funktion die Dame denn eigentlich genau in der steirischen ÖVP ausübt. Und vermutlich auch nicht, dass Frau Hiebler mir das nicht sagen wollte. Ich kann auch nicht ganz umhin, die offensichtlich ein wenig skurrilen Zustände im Back Office der steirischen Volkspartei mit jenen auf Bundesebene in Zusammenhang zu bringen. Fast ein Wunder, dass die steirischen und die Bundes-Schwarzen nicht viel besser miteinander auskommen.
So weit auseinander sind die nämlich nicht...
Samstag, 3. September 2011
Arschlochauto
Ich weiß, dieser Titel ist schon ein bissl krass, aber wir sind ja im Internet und da geht man vielleicht hier und da ein wenig lockerer mit Worten um, die sowieso bereits in den allgemeinen Sprachgebrauch Einzug gehalten haben.
Jedenfalls: Kürzlich erzählte eine Kollegin vom neuen Fahrzeug, das ihr Freund und sie anzuschaffen im Begriff wären. Ein richtiges Arschlochauto, sagte sie, sei der Dreier-BMW.
Huch. Ich habe nämlich auch einen.
Und trau mich´s kaum zu flüstern: Ich bin nicht unzufrieden damit. Er ist schön schwarz und elegant, schaut trotzdem cool aus, versieht bis auf die eine oder andere Kleinigkeit seinen Dienst halbwegs komplikationslos (ich besaß davor wiederholt Alfas, da ist im Vergleich dazu bald einmal ein Auto zuverlässig), braucht wenig Sprit, ist technologisch auf der Höhe der Umweltstandards, und eigentlich überhaupt.
Frage also: Bin ich jetzt deswegen ein Arschloch?
Und war ich früher (Alfa) ein gefühlloser Macho? Davor (Jaguar) ein Snob? Was war ich während meiner Studentenzeit (Skoda, Ente) alles? Und war ich, als ich, frisch mit Matura und Führerschein ausgestattet, meinen Fiat Ritmo mit dem Riesen-Schriftzug "Crash" auf der Motorhaube verunstaltete und ihn dann bei einem Frontalen auch tatsächlich crashte, ein Trottel?
Fragen über Fragen. Ich glaube ja, dass man vom Auto schon ein wenig auf den charakterlichen Zustand des Besitzers schließen kann - und es gibt mir deshalb sehr wohl zu denken, dass so viele Versicherungsvertreter und (politisch jetzt) Blaue und Orange BMW fahren. Ich trage mich aber eh mit dem Gedanken, den Schwarzen gegen einen - gebrauchten, ich bin ja neuerdings arm wie eine Kirchenmaus - SLK zu tauschen (Farbe: wurscht, eigentlich).
Was bin ich dann - alt?
Jedenfalls: Kürzlich erzählte eine Kollegin vom neuen Fahrzeug, das ihr Freund und sie anzuschaffen im Begriff wären. Ein richtiges Arschlochauto, sagte sie, sei der Dreier-BMW.
Huch. Ich habe nämlich auch einen.
Und trau mich´s kaum zu flüstern: Ich bin nicht unzufrieden damit. Er ist schön schwarz und elegant, schaut trotzdem cool aus, versieht bis auf die eine oder andere Kleinigkeit seinen Dienst halbwegs komplikationslos (ich besaß davor wiederholt Alfas, da ist im Vergleich dazu bald einmal ein Auto zuverlässig), braucht wenig Sprit, ist technologisch auf der Höhe der Umweltstandards, und eigentlich überhaupt.
Frage also: Bin ich jetzt deswegen ein Arschloch?
Und war ich früher (Alfa) ein gefühlloser Macho? Davor (Jaguar) ein Snob? Was war ich während meiner Studentenzeit (Skoda, Ente) alles? Und war ich, als ich, frisch mit Matura und Führerschein ausgestattet, meinen Fiat Ritmo mit dem Riesen-Schriftzug "Crash" auf der Motorhaube verunstaltete und ihn dann bei einem Frontalen auch tatsächlich crashte, ein Trottel?
Fragen über Fragen. Ich glaube ja, dass man vom Auto schon ein wenig auf den charakterlichen Zustand des Besitzers schließen kann - und es gibt mir deshalb sehr wohl zu denken, dass so viele Versicherungsvertreter und (politisch jetzt) Blaue und Orange BMW fahren. Ich trage mich aber eh mit dem Gedanken, den Schwarzen gegen einen - gebrauchten, ich bin ja neuerdings arm wie eine Kirchenmaus - SLK zu tauschen (Farbe: wurscht, eigentlich).
Was bin ich dann - alt?
Freitag, 2. September 2011
Königin Sinéad
Es ist ja so, dass was Königin Sinéad macht, die alles so singen kann, wie es sonst niemand singen kann, selbst dann cool ist, wenn es so etwas ist, das sie macht.
Was für ein Satz. Jedenfalls mag ich es. Seinerzeit die großartige Papst-Kritik, an die sich alle Spießer und bösen Katholiken der Welt sicherlich nach wie vor mit Schrecken erinnern (ich gebe Ihnen hier gerne den YouTube-Link, aber Sie müssen das bis zum Ende durchziehen, um zum Kern der Sache vorzudringen) - und jetzt eben das.
Jedenfalls, wieder Thema aus dem YouTube-Video (allein für ihr lebenslanges kompromissloses Anprangern von Kindesmissbrauch ist diese Frau Königin über alle und alles), was Gescheiteres als Sinéad könnte man dazu eh nicht sagen: Fight the real enemy!
Ich weiß: ein ziemlich kurzer Blogpost. Aber weil ich ja sonst nie, nie etwas zum Thema Sinéad O´Connor poste, die mir überhaupt nicht taugt, musste das einfach einmal gesagt werden.
Und ja, ich weiß, das liegt auf der Hand - aber trotzdem bitte: keine lustigen Kommentare in die Richtung, ich könnte mich bei ihr auf das Inserat hin ja einmal melden...
Was für ein Satz. Jedenfalls mag ich es. Seinerzeit die großartige Papst-Kritik, an die sich alle Spießer und bösen Katholiken der Welt sicherlich nach wie vor mit Schrecken erinnern (ich gebe Ihnen hier gerne den YouTube-Link, aber Sie müssen das bis zum Ende durchziehen, um zum Kern der Sache vorzudringen) - und jetzt eben das.
Jedenfalls, wieder Thema aus dem YouTube-Video (allein für ihr lebenslanges kompromissloses Anprangern von Kindesmissbrauch ist diese Frau Königin über alle und alles), was Gescheiteres als Sinéad könnte man dazu eh nicht sagen: Fight the real enemy!
Ich weiß: ein ziemlich kurzer Blogpost. Aber weil ich ja sonst nie, nie etwas zum Thema Sinéad O´Connor poste, die mir überhaupt nicht taugt, musste das einfach einmal gesagt werden.
Und ja, ich weiß, das liegt auf der Hand - aber trotzdem bitte: keine lustigen Kommentare in die Richtung, ich könnte mich bei ihr auf das Inserat hin ja einmal melden...
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